Der graue Star oder die Cataract ist die häufigste altersbedingte Augenerkrankung.  Es handelt sich dabei um eine Eintrübung der im Jugendalter glasklaren Augenlinse, die  – ähnlich dem Objektiv in einer Kamera –  die einfallenden Lichtstrahlen auf der Netzhaut  im Inneren des Auges scharf abgebildet. Im Frühstadium der Erkrankung bemerken betroffene Patienten zunächst vermehrte Blendungsempfindlichkeit und reduziertes Dämmerungssehen, was besonders beim nächtlichen Autofahren stört, bevor dann später auch bei guten Lichtverhältnissen alles neblig und unscharf erscheint. Die Therapie erfolgt operativ durch Absaugung der trüben Linse mittels Ultraschall (Phako) und Implantation einer Kunstlinse.


Häufige Fragen und Antworten


Können auch jüngere Patienten betroffen sein ?

Eigentlich ist grauer Star eine typische Alterserscheinung, kommt aber auch im mittleren Lebensalter bei familiärer Disposition sowie nach Verletzungen, als Nebenwirkung von Medikamenten (Cortison), außerdem bei bestimmten Erkrankungen wie Diabetes oder Neurodermitis vor. Selten findet man sogar im Säuglingsalter eingetrübte Augenlinsen z.B. nach Infektionskrankheiten der Mutter während der Schwangerschaft.


Kann man den grauer Star durch Laser entfernen ?

der weltweit praktizierte Standard ist die Operation mittels Ultraschall oder Laser. Eine andere Lasertechnologie kommt zum Einsatz, wenn sich im Laufe von Jahren hinter der Kunstlinse wieder eine dünne trübe Membran bildet, die man als Nachstar bezeichnet.


Muss der graue Star „reif“ sein, bevor man operiert ?

diese Aussage hat für früher praktizierte Operationsmethoden gegolten, heute wartet man nur solange ab, bis der Patient sich gestört fühlt und zur Operation motiviert ist. Dies ist erfahrungsgemäß meist bei einer Restsehschärfe von unter 50 % der Fall, kann aber je nach den individuellen Ansprüchen auch schon eher eintreten.


Muss man nach der Operation im Krankenhaus bleiben?

die Staroperation wird heute in den meisten Fällen ambulant in örtlicher Betäubung durchgeführt. Mit Vorbereitung und Nachbehandlung liegt die Behandlungsdauer am OP-Tag bei ca. 2 Stunden, der Eingriff an sich ist in ca. 15 Minuten vorbei.
Postoperative Kontrollen bei uns erfolgen am ersten, evtl. am zweiten Tag, nach einer Woche sowie zum Abschluß nach 4 Wochen. Dann wird auch – wenn nötig oder gewünscht – das Brillenglas erneuert. Bis zum Ende der Nachbehandlungszeit ist die regelmäßige Anwendung der verordneten Augentropfen erforderlich.