Unsere modernen Lebensgewohnheiten bringen es mit sich, dass wir uns meist in zu trockener Umgebung aufhalten. Besonders in der kalten Jahreszeit umgibt uns ständig trockene Heizungsluft im Raum oder eisiger Wind im Freien. Beim Autofahren schalten wir Heizung und Gebläse ein, im Sommer die Klima-Anlage im Fahrzeug oder Büro, dazu kommen PC-Monitor oder Fernseher, die unbewusst die Lidschlagfrequenz von ca. 16 x pro Minute auf die Hälfte des normalen Blinzelns reduzieren. All dies führt dazu, dass die häufigsten Beschwerden in einer augenärztlichen Sprechstunde sich um Probleme drehen, die durch Austrocknungserscheinungen von Horn- oder Bindehaut verursacht werden. Das sog.“Büro-Auge“ (office-eye) äußert sich durch Fremdkörpergefühl, Rötung, Schleiersehen und überschießendes Tränen. Diese Reizsekretion kommt dadurch zustande, dass die trockene Hornhaut ständig die Tränendrüse aktiviert, wodurch aber nur ein wässriger Tränenfilm produziert wird, der nicht lange auf der Augenoberfläche haftet. Das Auge pendelt also immer zwischen zu trockenem und zu nassem Zustand hin und her und kommt nicht zur Ruhe.


Häufige Fragen und Antworten


Welche therapeutischen Möglichkeiten gibt es?

Die Pharmaindustrie bietet eine breite Palette von Produkten an, die als Tropfen oder Augen-Gel (in Fläschchen, Tuben oder Einzelampullen) sowie als Augen-Spray angeboten werden. Auch Vitamin-Kapseln können unterstützend wirken. Bei entzündlichen Erscheinungen ist anfangs die zusätzliche Anwendung von Salbe zur Nacht sinnvoll. Bei Reizsekretion ist die (garantiert schmerzlose) Spülung der ableitenden Tränenkanälchen angenehm.


Kann man durch Maßnahmen der Lebensführung etwas bewirken?

Sie können versuchen, ihren Arbeitsplatz ergonomisch optimal zu gestalten, achten Sie darauf, dass ihr PC-Bildschirm kein Licht reflektiert und sich nicht zu nah vor Ihren Augen befindet. Bemühen Sie sich um aufrechte Sitzposition, dadurch atmen Sie freier und nehmen mehr Sauerstoff auf. Gönnen Sie sich öfter eine kurze Pause, bei der Sie wenn möglich durch Blick in die Ferne oder Augengymnastik das Sehsystem entspannen sollten. Trinken Sie mehr, als Ihnen Ihr Durstgefühl signalisiert. Eine Flüssigkeitszufuhr von 2-3 Litern täglich sorgt für Nachschub an den Schleimhäuten von innen. Vermeiden Sie Zigarettenrauch, sowohl aktives als auch passives Rauchen belastet die Schleimhäute.